Konzept heilpädagogisches Reiten an der Fürstin-Pauline-Schule
Seit dem Schuljahr 2014/ 2015 findet an der Fürstin-Pauline-Schule das Projektangebot des heilpädagogischen Reitens statt. Alle zwei Wochen, insgesamt neunmal pro Schulhalbjahr, fährt eine Gruppe von vier Schülern zum Islandpferdehof Lukka. Begleitet werden die Schüler von einer Lehrperson. Die Schüler können jeweils zu Beginn eines Halbjahres ihr Interesse an der Reitgruppe anmelden. Neben einer schriftlichen Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten müssen die Schüler einen Eigenanteil von 20€ pro Schulhalbjahr für das Reiten bezahlen. Wichtig ist, dass die Schüler ein wirkliches Interesse an der Reitgruppe zeigen.

Das heilpädagogische Reiten findet unter der Leitung einer Reitpädagogin auf dem Islandpferdehof Lukka statt. Die Schüler arbeiten zum Teil kooperativ zu zweit mit einem Pferd, sie führen sich gegenseitig und helfen sich bei den Vorbereitungen zum Reiten (putzen, satteln). Wichtig dabei ist der fachgerechte Umgang mit den Pferden. Spielerisch bewegen sich die Schüler mit den Pferden, das Reiten findet in der Reithalle oder im Gelände statt.

Im Vordergrund steht nicht die reiterliche Ausbildung, sondern die individuelle Förderung der Schüler. Die Schüler sollen im Umgang mit dem Pferd körperlich, geistig und emotional angesprochen werden. Der Kontakt zum Pferd bietet zahlreiche Möglichkeiten der Förderung im sozialen, emotionalen, motorischen und kognitiven Bereich.

Mögliche Förderbereiche hinsichtlich Motorik und Kognition:

  • Koordinative Fähigkeiten (Gleichgewichtssinn, Beweglichkeit, Haltung)
  • Einfühlen, Erleben und Erfassen der Bewegungsabläufe des Pferdes
  • Bewegungsmöglichkeiten mit dem Pferd in zwei der drei Grundgangarten (Schritt und Trab)
  • Aufbau von Konzentration
Mögliche Förderbereiche hinsichtlich Emotionen und Sozialverhalten:
  • Förderung von Vertrauen (gegenüber Tieren und anderen Menschen)
  • Erfahrung von Selbstwirksamkeit und Selbstwertgefühl
  • Erlernen angemessener Selbsteinschätzung
  • Selbstsicherer Umgang mit Wagnis und Risiko
  • Erarbeiten von Frustrationstoleranz
  • Abbau von Aggressivität und Umgang mit eigenem Erleben
  • Selbst- und Fremdwahrnehmung
  • Umgang imt Ängsten
  • Einstellung auf den Partner (Mitreiter, Pferd) und Förderung der Fähigkeit zur Kooperation
  • Entwicklung der Motivation für eine angemessene Freizeitbeschäftigung
Mögliche Förderbereiche im Zusammenspiel mit dem Mitreiter sowie dem Partner "Pferd":
  • Kontakt mit dem Pferd aufnehmen und Kommunikationsmöglichkeiten erleben
  • Ausdrucksmöglichkeiten des Pferdes kennen lernen und berücksichtigen
  • Vertrauensvollen Umgang mit dem Pferd aufbauen
  • Regeln im Umgang mit dem Pferd kennen lernen und einhalten
  • Kenntnisse über Bedürfnisse und Verhalten des Pferdes, artgerechte Haltung und Schutz des Pferdes erarbeiten